Samstag heißt es für uns: "Wir fahren nach Berlin....". Torsten, Marco und ich. Das Wetter scheint uns hold zu sein und unsere Unterkunft bei Bernd und Bärbel ist exquisit. Marco und Torsten fühlen sich fit, diesmal scheint alles unter einem guten Stern zu stehen. Abends kochen uns die beiden Gnocci Püree mit selbstgemachter Tomatensauce. Fotos
und Bericht von Cordula 26.05.2008
Carpe
Diem - Lebe den Tag
Bericht Skoda Velothon in Berlin 26.05.2008
Der Morgen beginnt mit gutem Wetter. Torsten und Marco machen sich startfertig und rollen die 15 km locker zum Start, wo wir sie wieder treffen, um Armlinge, Jacken etc. wieder abzunehmen. Der Start aus Block A kommt beiden sehr entgegen und scheinbar wird hier noch einmal Taktik besprochen oder über die "Gegner" gelästert. Die Stimmung ist nett und an der Ecke habe ich einen Stand anvisiert, der riesige Donats verkauft, da werde ich mir einen für nach Hause mit nehmen.
Der Start wird von einer Linie Skater angeführt, die dafür sorgen, dass alle sicher durch das Brandenburger Tor geleitet werden. Anschließend machen Bärbel und ich uns auf den Weg, Bernd zu verabschieden und dann weiter zur Feldertrennung zu marschieren, in der Hoffnung unsere Champions vorbei rasen zu sehen und mit Glück noch einen fotografieren zu können. Während das Hauptfeld an uns vorbeirollt und wir noch am überlegen sind, ob Torsten und Marco nun dabei waren, oder in einem der nachfolgenden Felder, klingelt das Handy. Kein gutes Zeichen und in der Tat, Marco ist gestürzt.
Es lief bis dahin super, er hat das Feld zwischendurch gar geführt und den Augenblick genossen, etwas 10.000 Radfahrer hinter sich gelassen zu haben. Kurz darauf, als er etwa an 20.er Position war und er sich noch zuvor wunderte, dass ein bekannter Radfahrer einfach aus scheinbar nicht ersichtlichem Grund umfiel, passierte ihm dasselbe. Er konnte nicht mehr lenken, fiel um, wurde noch von einem Rad überrollt, schnappte sich aber sein Rad wieder und fuhr weiter.
Leider hatte er aber einen Platten und einen defekten Schlauch dabei. Als er nun so dastand, bei 2 Polizisten, die ihm denn empfahlen doch den Krankenwagen zu rufen und er darauf wartete, sah er die Straßenbahn und ihm wurde schlagartig klar - die Schienen waren der Grund für den Sturz. Die Schienen liefen direkt in Fahrtrichtung, wie ein mutwilliges Hindernis, um das Feld auszudünnen. Ist Radsport denn nur attraktiv, wenn aufregende Stürze zu verzeichnen sind, oder ist es nicht möglich, solche Gefahrenquellen zu vermeiden oder zu sichern?
Das ist für mich in etwa wie Roulette, wenn 200 Radfahrer im Hauptfeld, vollgepumpt mit Adrenalin in einer atemberaubenden Geschwindigkeit eine Rennstrecke mit etwa 50 Stundenkilometern überqueren und ich ein Hindernis dazwischen lege, um ihre Reaktionsfähigkeit zu testen. Sicher hätte er aufpassen müssen, es sehen müssen, als guter Renner wieder herausspringen müssen, aber was weis denn so ein Hamburger schon von einer Straßenbahn??? Das Rennen wird wohl wieder unter der Erfahrung "Trainingsrennkilometer" verbucht werden müssen.
Torsten hatte scheinbar mehr Glück, denn er war bei der Feldertrennung tatsächlich noch im Hauptfeld. Kurz danach hat sich das Feld bei einer Verengung der Straße so sehr gestaut, dass er sich zwischendurch ein Eis hätte holen können. Damit war für ihn klar, Ziel ist es sicher in den Hafen zu schiffen. Und mit seinem 181. Platz hat er ein gutes Ergebnis erreicht.
Fazit: Ein kaputter Helm, kaputte Hose, kaputte